Kategorie-Archiv: Jahresbriefe

Jahresbrief 2017

Landsberg/München, im Dezember 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,

I bims d1 Gott“, so lautet die bekannte biblische Wendung in einer Bibelübersetzung in der Jugend- und „Vongsprache“.

Nativity with the Adoration of the Kings and the Shepherds

Das Unerhörte der Bibel steckte jedoch niemals in der Wortwahl. Luther ging es z.B. um die größtmögliche Genauigkeit und Verständlichkeit seiner Sprache. Die Sprache der Bilder hat allerdings schon immer ihre unentbehrliche Übersetzungsarbeit geleistet. „Nativity with the Adoration of the Kings and the Shepherds“, lautet der Titel des zentralen Chorfensters in St. Barrahane`s Church am Hochufer des Atlantik im südwestlichen Irland. Harry Clark (1889-1931) hat es 1917 gestaltet, zwei Jahre nachdem in der Nähe die Lusitania von einem deutschen U-Boot torpediert worden war. – Ein Ruder eines Rettungsbootes ist hier angeschwemmt worden, es steht im Vorraum der Kirche -. Harry Clark, der damals weltbekannte irische Glaskünstler, erzählt ganzjährig den Kirchenbesuchern die Weihnachtsgeschichte. Mit allem „Drum und Dran“: von den Schäfern bis zu den Magiern und natürlich in der Mitte die Heilige Familie. Nicht nur zur Weihnachtszeit wird in St.Barrahane vor Augen und Herz geführt: Christ ist geboren. Das putzmuntere Jesuskind winkt und segnet: Wachet auf! Nicht nur zur Weihnachtszeit – ganzjährig!

Es beginnt die Jahreszeit der Bilanzen. Da wollen wir im E.I.B.E nicht zurückstehen und mit diesem Brief unsere persönliche und sachliche Verbundenheit stärken – vor allem auch mit jenen unter Ihnen, die wir außerhalb der Münchner „Sitzungs-Bannmeile“ zu unserem Teilnehmer- und Freundeskreis zählen dürfen. Traditionellerweise hielten wir heuer drei Plenumssitzungen ab. Am 21.2. referierte Dr. U.Schmoll über Paul Tillich: „Die Grenze ist der eigentlich fruchtbare Ort der Erkenntnis“. Dr. Schmoll gab einen – medial sehr hilfreich aufbereiteten – instruktiven Einblick in Tillichs Werk und in dessen Relevanz gerade auch für unsere Zeit. Um hier nur einige Aspekte des Referates anzudeuten: P.Tillichs Biographie als „Grenzgänger“ fand ihren Niederschlag in seinem    Leit-begriff „Begegnung“ und in der Methode der Korrelation, des „Und“. Unterhalb des Grund-Satzes der Theonomie – also: dass die ganze Welt Gottes Welt ist – ist Glaube das Ergriffensein von dem, das uns unbedingt angeht. Hierbei ist er passives (Ergriffensein) und aktives Geschehen (Aneignung). Dies Geschehen einzuleiten und zu begleiten ist Aufgabe der religiösen Erziehung. Sie hat (auch im RU) Wissen über Religion und Wissen aus/in Religion zu vermitteln, wobei Religionskritik aus Religion zum protestantischen Prinzip gehört, im Sinne Jesu, der Propheten und Luthers.

Am 4.7. kam es im Rahmen unserer Parteiengespräche zum Kontakt mit den Freien Wählern. Beim sehr kollegialen Gedankenaustausch im Maximilianeum mit ihrem Bildungspolitischen Sprecher, Prof. Dr. Michael Piazolo, wurden u.a. die Schulstruktur in Bayern (Grundschule, Mittelschule, Realschule, G 8 und G 9), die Ganztagsschule, sowie der Religionsunterricht angesprochen. Dabei ergaben sich viele Übereinstimmungen zwischen den E.I.B.E-Teilnehmern und Prof. Piazolo. Er sprach sich für den Bildungsföderalismus aus (gegen Forderungen der FDP), ist für den Erhalt des gegliederten Schulwesens – auch im ländlichen Raum – sowie für Beibehaltung der schulartspezifischen Lehrerausbildung (doch mit stärkerer Berücksichtigung ethischer Fragen). Er lehnte die alleinige Maßgabe des Elternwillens beim Übertritt in Realschule/Gymnasium ab und berichtete u.a. über den Vorbehalt vieler muslimischer Eltern gegenüber einem schulischen Islamunterricht zu Gunsten eines Moschee-Unterrichts. Außerdem plädierte Prof. Piazolo engagiert für der Erhalt des konfessionellen Religionsunterrichtes.

In der Sitzung am 28.11. war StDin Vera Utzschneider unser Gast, Gymnasialreferentin am RPZ Heilsbronn. Sie referierte über „Das Gymnasium – ein Brennpunkt der pädagogischen und religionspädagogischen Diskussion“. V.Utzschneider entwickelte ein Modell „Öffentlicher Religionspädagogik“. Ihre Grundthesen lauten: „Christliche Religion braucht Bildung um ihrer selbst willen, aber auch: Bildung braucht Religion“. Und: „Religionspädagogik ist konstitutiv auf Öffentlichkeit bezogen, ist eine öffentliche Angelegenheit“. Konkretionen der Thesen betrafen u.a. die reflexive „Zivilisierung“ der Religion, die Wahrheitsfrage, den Umgang mit christlicher Tradition und die interdisziplinäre Gesprächsfähigkeit des RUs. – –

Neben den Plenumssitzungen des E.I.B.E. befasste sich der AK „Elternbriefe Religion“ auch in diesem Jahr mit Fragen von religiöser Erziehung und Religionsunterricht an weiterführenden Schulen. Der AK „Schule und Kirche“ arbeitete am Thema „Religion und Öffentliche Schule“, ein Thema, das angesichts der auch im Blick auf Religion und Glauben zunehmend heterogenen Schülerschaft immer aktueller wird. Das Ergebnis wird im neuen Jahr als Broschüre erscheinen und allen Teilnehmern am E.I.B.E. zugeschickt.

Auch außerhalb der Plenumssitzungen waren heuer wieder E.I.B.E.-Teilnehmer aktiv. Um nur weniges zu nennen: Dr. G.Simon arbeitete an Themen der bayerischen Kirchengeschichte, R.A.Kitzmann referierte zur Reformation in München und schrieb über Ökumene, Dr.Anselm hielt weiterhin die Kontakte zum Bayerischen Philologenverband und zur Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik, an deren Jahrestagung er in Wien teilnahm. Ihr Thema: „Wege zu einer migrationssensiblen Religionspädagogik“ – nach Prof. Dr. H.Simojoki ein Grundmoment der aktuellen pädagogischen Diskussion. Interessant und kennzeichnend zugleich: Unter der Prämisse, dass sowohl das AT wie das NT (Ägypten) von Fluchterfahrungen her geprägt ist, lag der Fokus der Referate durchweg auf der Situation und Befindlichkeit der ankommenden Jugendlichen – nicht aber auf der mehr und mehr drängenden Frage, wie man unseren evangelischen Jugendlichen helfen kann, sich in der neuen Situation zurechtzufinden.

Lydia Herold als erste Vorsitzende und Richard Schwemer als Stellvertreter engagierten sich mit großem Erfolg im von ihnen geleiteten Freundeskreis des RPZ Heilsbronn und hielten die Verbindung zum dortigen Direktor K.Buhl. T.Seng, wie K.Fikenscher bislang Mitglied des Vorbereitungskreises der Philologentagung des Dekanates München, musste leider berichten, dass diese so wichtige und ruhmreiche Veranstaltung aufgegeben wurde.

Der Sprecherkreis hat sich in bewährter Freundschaft regelmäßig getroffen und freut sich sehr, dass Frau M.Völkel zu ihm gestoßen ist und seine Frauenquote auf 25 % angehoben hat.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Dienststellen im Landeskirchenamt, die uns den Sitzungsraum und die Versandmöglichkeit zur Verfügung stellen, bei Frau Fränzel und Frau Heim. Ohne ihre Hilfe könnte unser Initiativkreis nicht in der bewährten Weise fortgeführt werden.

Auch am Ende dieses Jahres danken wir Ihnen und Euch allen für das Interesse an unseren Veranstaltungen und Aktionen, sowie für alle kollegialen Kontakte. Es tut gut, dass wir damit in ganz Bayern – und darüber hinaus – eine geistige und geistliche Verbundenheit erfahren.

Wir freuen uns auf Ihr und Euer Interesse und weitere Zusammenarbeit im neuen Jahr und wünschen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und ein von Gott behütetes, gutes 2018.

Tilman Seng, Maria Völkel, Helmut Anselm, Richard Schwemer

Unsere nächste Sitzung findet am 6. Februar 2018 statt, für die wir erfreulicherweise Herrn Oberkirchenrat D.Bierbaum gewinnen konnten.

Jahresbrief 2016

Sprecherkreis

Landsberg/München, im Dezember 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,

p1010025-2

in der Staatsbibliothek Bamberg wird das wunderbare Graduale aus dem Zisterzienserkloster Langheim aus dem Jahr 1496 aufbewahrt. Verschwenderisch geht der Schreiber und Künstler mit dem Gold der Initiale „E“ um. Nichts ist kostbar genug, um angemessen die Nachricht “ Puer natus“ zu verkünden. Die Weisen aus fernen Landen haben es als Erste begriffen: mit dem Kindlein aus und auf Marienschoß bricht die neue Zeit an. Das himmlische Gold ergießt sich auf die Häupter der ungleichen heiligen Familie. Himmel und Erde verbinden, verbünden sich in der heiligen Nacht – die Konsequenzen sind unabsehbar. Das goldige „E“ umfängt Himmel und Erde: E – Evangelium – Gute Nachricht: weltverändernd – leicht überhörbar – unendlich kostbar!

Am Beginn unseres Jahresrundbriefes möchten wir für die vielen freundlichen und freundschaftlichen Antworten danken, die wir zum Jahresbrief 2015 bekommen haben. Es ist für uns sehr schön zu spüren, wie wir im Lauf der Jahre aus Nah und Fern zu einer Gemeinschaft von Freundinnen und Freunden zusammengewachsen sind. Und es macht uns Freude und Mut, auch 2017 wichtige Themen der Bereiche Bildung und Erziehung aus evangelischer Perspektive zu diskutieren und entsprechende Impulse in die allgemeine Bildungsdiskussion einzubringen.

Auch dieses Jahr konnten wir drei Plenumssitzungen abhalten, erstmals im Landeskirchenamt, wo wir dankenswerter Weise auch in Zukunft tagen dürfen. In der Sitzung am 23.Februar bot die verantwortliche Leiterin für den Mittelschulbereich in München, unser Mitglied Schulamtsdirektorin Frau M.Völkel, einen faszinierenden Einblick in die „schulorganisatorische und schulpädagogische Situation der ’neuen‘ Mittelschule in München unter besonderer Berücksichtigung schulpflichtiger Flüchtlingsschüler und von Schülern mit Migrationshintergrund“. Leider wird in der Öffentlichkeit viel zu wenig gewürdigt, mit welch reformerischen Anstrengungen und Engagement der Lehrkräfte gegen das Vorurteil „Hauptschule=Restschule“ ein hoch differenziertes, attraktives und effizientes Schulwesen geschaffen haben mit drei berufsorientierten Säulen Wirtschaft – Technik – Soziales, enger Kooperation mit Wirtschaft, Arbeitsagentur und Berufsschule, mit Ganztagsangeboten und Leistungsdifferenzierung bis hin zum Mittleren Schulabschluss. Außerdem wurden spezielle Angebote für Flüchtlinge und Migranten geschaffen, angefangen vom Kindergarten über Übergangsklassen bis hin zu berufsorientierten Modulen. So ist es kein Zufall, dass im Gegensatz zu vergleichbaren außerbayrischen Großstädten in München die Integration und Förderung der Zugewanderten in hohem Maße gelingt.

Am 12.Juli fand unsere 50.Sitzung statt. Unsere „Jubiläumssitzung“ konnten wir im Maximilianeum abhalten. Dort war im Rahmen unserer Parteienkontakte ein Gespräch mit Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich vorgesehen. Leider erkrankte er unmittelbar zuvor. Erfreulicher Weise sprang aus unserem Kreis R.A. Kitzmann ein, der in sein neues Buch „Wagnis Widerstand“ einführte. In ihm setzt er nach umfangreichen Recherchen ein literarisches Denkmal der nicht geringen Zahl von Münchner Gemeindegliedern und Pfarrern, die gegen das Hitlerregime Widerstand leisteten. Er schließt damit eine wichtige Lücke in der Diskussion über das Evangelische München im Dritten Reich. Anschließend stellte H.Anselm unsere 2016 entstandene Broschüre vor „Macht Religion gewalttätig? Eine Frage an Christentum und Islam. Ein Thema in Schule und Gesellschaft“ . Sie wurde in weiten Kreisen sehr positiv aufgenommen und ist leider bereits vergriffen. Ihr Text steht jedoch auf der Homepage des E.I.B.E unter www. eibe-initiativkreis-bayern.de.

Auch die dritte Sitzung des E.I.B.E hielten wir am 22.November im Maximilianeum ab. Hier konnte das Gespräch mit Kulturstaatssekretär G.Eisenreich nachgeholt werden. In einer sehr offenen und kollegialen Atmosphäre kamen u.a. die Themen „Christlicher Glaube in der Schule von morgen“, Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichtes, demographische Folgen für das differenzierte Schulwesen sowie Probleme der Digitalisierung zur Sprache, ferner Fragen der Beschulung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, von Lehrerversorgung, Islamunterricht, Sexualerziehung, sowie die Belastung der Lehrkräfte.

Neben den Plenumssitzungen befasste sich der Arbeitskreis „Elternbriefe Religion“ weiterhin mit Fragen von religiöser Erziehung und Religionsunterricht an weiterführenden Schulen – ein Bereich, der nicht zuletzt durch neueste Umfragen sehr brisant geworden ist. Der Arbeitskreis „Schule und Kirche“ wird sich im neuen Jahr mit der ebenfalls brisant gewordenen Frage „Christentum und Öffentliches Schulwesen“ beschäftigen. Dietlinde Kunad und Helga Müller-Bardorff waren auch heuer die uns liebevoll bewirtenden Gastgeberinnen. Ihnen ganz herzlicher Dank!

An sonstigen Aktivitäten sind u.a. zu nennen: H.Müller-Bardorff verfasste eine sehr einladend gestaltete Broschüre für Migranten über Feste und Brauchtum im Jahreslauf. H.Anselm hielt weiterhin die Kontakte zum Forum Bildungspolitik, zum Philologenverband und zur Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik. An deren Jahrestagung zur Zukunft des konfessionellen Religions-unterrichtes waren u.a. drei Aspekte interessant: Zum einen, dass (wider Erwarten!) kein Ende des konfessionellen Unterrichtes gefordert wurde, zum anderen, dass zwischen den Konfessionen faktisch keine Glaubensdifferenzen mehr gesehen werden, zum dritten wurde in einer Diskussionsrunde betont, wichtiger als alle Glaubensdifferenzen sei für Jugendliche der konfessionelle „Frame“, in dem sie den Religionsunterricht erleben: also die Einbettung des Evangelischen in bestimmte Riten, Bräuche und Sitten. So erwähnte Prof. Fulbert Steffenski, welch große Bedeutung für ihn die Gerüche hatten und haben, wenn er eine christliche Kirche betrete. Dieser dritte Punkt wird in Religionspädagogik und Religionsunterricht zu wenig beachtet.

Richard Schwemer hielt die Verbindung zum Freundes- und Förderkreis des RPZ Heilsbronn, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, Tilman Seng zum Dekanat München im Rahmen des Vorbereitungskreises der traditionellen Philologentagung.

Der Sprecherkreis, der sich viele Male traf, hielt den Kontakt zum LKA, in dem er in Eckhard Landsberger einen außerordentlich entgegenkommenden und hilfreichen Ansprechpartner fand. Ihm, der seit Kurzem im Ruhestand ist, sei auch an dieser Stelle unser herzlicher Dank gesagt!

Am Ende dieses Jahres bedanken wir uns bei allen E.I.B.E-Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Interesse an unseren Veranstaltungen und Aktionen. Herzlich grüßen wir auch die, die zwar nicht an unseren Veranstaltungen teilnehmen konnten, sich aber unserem Initiativkreis verbunden wissen und sich weiterhin zu uns zählen. Es tut gut, dass damit in ganz Bayern – und darüber hinaus – eine geistige und geistliche Verbundenheit zu spüren ist.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im kommenden Jahr und wünschen Ihnen und Euch ein frohes Christfest und ein von Gott begleitetes, gutes Jahr 2017.

Tilman Seng, Helmut Anselm, Richard Schwemer, Maria Völkel

Jahresbrief 2015

                                                                                                                                                                                                                                         Dezember 2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

p1100756-klein

liebe Freundinnen und Freunde,

es gibt in diesen Jahren eine Vielzahl von Gründen, den Aufstieg zur Wartburg zu unternehmen. Manche Wissende machen sich dabei auf den Weg zur   Traubenmadonna.

Der Lutherfreund Lukas Cranach d. Ä. überrascht den Betrachter – wie so oft – mit einer hintergründigen Bilderpredigt. Zuweilen ist dabei auch Schmunzeln erlaubt: Der muntere, aufgeweckte Jesus-knabe versucht, seine überraschte Mutter mit einer Weinbeere zu füttern. Er steht dabei schon auf festen Beinchen. I c h bin der Weinstock, i h r seid die Reben. Von Anbeginn ist klar, wer – auch in aller Pflegebedürftigkeit – im Grunde das Sagen hat.

Der Himmel scheint dem ungewöhnlichen Zusammenspiel mit dem Schutz eines goldbestickten Schleiers zuzustimmen. Hinter der paradiesischen Zweisamkeit droht jedoch die Dunkelheit. Auf die Traube wartet die Kelter – der Tod. Aus der Kelter fließt der neue Wein – neues Leben. Und wer glaubt, wird selig!

Glück, Tod und neues Leben sind oft innig verbunden. Im Sinne Cranachs hat das weihnachtliche Lebensglück jedoch Bestand – trotz aller drohenden Katastrophen.

Mit Freude und Dankbarkeit blicken wir auf das Jahr 2015 zurück. In ihm konnten im E.I.B.E wieder wichtige Themen aus dem Bildungsbereich diskutiert und manche Impulse aus evangelischer Sicht in die allgemeine Bildungsdiskussion eingebracht werden.

Am 10.Februar führte Schulamtsdirektorin B.Eckert-Kalthoff vom Staatlichen Schulamt in „Aktuelle Entwicklungen und Neuerungen im Bereich der Grundschule ein. Gegen die in der Öffentlichkeit des Öfteren zu hörende Meinung, Schulverwaltung und Schulen seien antiquiert und unbeweglich, zeigte Frau Eckert-Kalthoff, welche Anstrengungen in der Bildungsregion München unternommen werden, um die neuen Herausforderungen zu meistern. Mit großem Engagement aller Verantwortlichen und dem Mut, neue Wege zu gehen, konnten gerade in der schwierigen Situation Münchens positive Ergebnisse erzielt werden.

Um Fragen und Probleme der Zuwanderung ging es auch in der Klausur des Forums Bildungspolitik im März, an der Dr.Anselm teilnahm. Auch hiervon nur zwei Aspekte: zum einen, wie wichtig für jeden Jugendlichen ein „Bildungspate“ aus der pensionierten Lehrerschaft, aber auch aus der allgemeinen Bevölkerung ist; zum anderen, dass die vielen traumatisierten Jugendlichen, die in unser Land kommen, nicht immer wieder auf ihre Erlebnisse angesprochen werden sollen.

Dr.Anselm nahm auch an einer Veranstaltung im April teil, in der Kurt Kardinal Koch (Rom), Präsident des päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, über das Reformationsgedenken sprach. Seine Spitzensätze waren: Dass sich die „evangelischen Sonderkirchen“ von der Einen katholischen Kirche trennten, ist kein Grund zum Feiern, sondern war eine Notlösung. So sei das Luthergedenken letztlich eine Dokumentation des Scheiterns. Die einzige gelingende Reformation sei die des Hl.Franz von Assisi gewesen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Informationsgespräch mit Bündnis 90/DIE GRÜNEN am 8.Juli im Bayerischen Landtag. Daran nahmen die Landesvorsitzende Bause und der Bildungspolitische Sprecher Gering (MdL) teil. Für uns wichtig war u.a. die klare Aussage, dass die GRÜNEN für die Beibehaltung des schulischen Religionsunterrichtes eintreten.

Am 9.November fand im Institut für Schulqualität und Bildungsforschung in München (ISB) die letzte E.I.B.E-Sitzung dieses Jahres statt. Die Leiterin des Instituts, Frau Dr.K.Oechslein empfing uns mit großer Herzlichkeit. Sie führte uns ein in Aufbau, Vernetzungen, Zielsetzungen und Arbeitszweige ihres Institutes und diskutierte mit uns die derzeit drängendsten Bildungsfragen: u.a. „Lehrplan Plus“ für alle Schularten, Migration, Inklusion, angstfreie Schule. Ein besonderes Anliegen ist Frau Dr. Oechslein das Angebot des unmittelbaren Kontaktes von Lehrkräften zu ihrem Institut.

Die beiden Arbeitskreise „Schule und Kirche“ und „Elternbriefe Religion“ trafen sich zu weiteren Sitzungen. Frau Helga Müller-Bardorff und Frau Dietlinde Kunad, unseren Gastgeberinnen, sei auch an dieser Stelle herzlich Dank gesagt. Der Arbeitskreis „Schule und Kirche“ wird sich im nächsten Jahr mit dem Thema „Gewalt in den Religionen“ beschäftigen. Zu diesem Thema ist demnächst auch eine Veröffentlichung von Dr.Helmut Anselm geplant. Besonders empfehlen wir, auch unsere Homepage www.eibe-initiativkreis-bayern.de zur weiteren Information zu nutzen.

Ab dem neuen Jahr werden unsere Veranstaltungen nicht mehr in der Marsstraße 19 stattfinden, sondern im Evang. Landeskirchenamt. Dort treffen wir uns zu unserer nächsten Sitzung am 23. Februar 2016. Frau Schulamtsdirektorin Maria Völkel vom Staatlichen Schulamt in der LH München wird u.a. zu den Auswirkungen der Migration auf den Mittelschulbereich referieren. Weitere Kontakte im nächsten Jahr möchten wir zu den Landtagsparteien und zu Mitgliedern des Landeskirchenamtes aufnehmen.

Am Ende dieses Jahres bedanken wir uns wiederum bei allen Teilnehmern für ihr Interesse an unseren Veranstaltungen in München. Herzlich grüßen wir auch die, die zwar nicht an unseren Veranstaltungen teilnehmen konnten, sich aber unserem Initiativkreis verbunden wissen und sich weiterhin zu uns zählen. Es tut gut, dass damit in ganz Bayern – und darüber hinaus – eine geistige und geistliche Verbundenheit zu spüren ist.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im kommenden Jahr und wünschen Ihnen und Euch ein frohes Christfest und ein von Gott begleitetes, gutes Jahr 2016.

Tilman Seng, Helmut Anselm, Richard Schwemer

Jahresbrief 2014

Dezember 2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,

1-img016-1, Museo de Arte

in Barcelona im Museo de Arte kann man einer bemerkenswerten Weihnachtsgeschichte begegnen. Mit dem Pinsel erzählt der Catalane Bergueda im 12.Jahrhundert seine sehr eigene Geschichte von der Geburt des Jesuskindes: Mit wachen, aufgeweckten Augen blickt sein Neugeborenes zum Himmel – von dem es ja kommt. Die ordentliche Maria behindert es schier in seiner Bewegungs-freiheit mit der kostbaren, eng gewickelten, bändergeschmückten Windel. Das komfortable, romanisch verzierte Babybettchen samt weichem Kissen stünde einem Königskind gut an. Auch Maria scheint sich mit ihrem Kopf- und Fußkissen auf sitzsackartigem Ruhebett recht wohl zu fühlen. Keine Spur mehr von den Mühen der Geburt. In dieses luxuriöse Familienidyll blicken Ochs und Esel – recht erstaunt – gleichsam als Vertreter der Weltöffentlichkeit. Nur Berguedas Josef scheint, noch etwas begriffsstutzig, über das unglaubliche Geschehen nachzudenken. Wer kann schon das Wunder einer Geburt begreifen. Besonders wenn ihm später seine menschliche Vaterschaft noch streitig gemacht wird. – Staunen, nachdenken, zweifeln, sich wundern über das weihnachtliche Wunder ist erlaubt – dafür bekommt Josef als einziger den Heiligenschein. — Tun wir’s ihm nach!

Das Jahr 2014 war wieder ein gutes E.I.B.E-Jahr. In München hat der Arbeitskreis „Schule und Kirche“ die Arbeit am Thema Bildung abgeschlossen und unter dem Titel „Jeder Mensch hat Bildung – Einspruch gegen ein verengtes Bildungsverständnis“ – veröffentlicht. Die Adressaten dieser Schrift sind u.a. Schulbeauftragte für den RU und Bildungseinrichtungen. Gefreut hat uns das Echo mehrerer Universitätsdozenten, die sich sehr positiv zur Schrift geäußert und zum Teil für ihre Studenten nachgefordert haben. Auch im Forum Bildungspolitik Bayern fand sie gute Resonanz. Erfreulicherweise hatte H. Anselm die Gelegenheit, über diese Schrift im Rahmen eines Regensburg-Prag-Kooperationsprojektes vor Prager Studenten zu referieren. Zurzeit befasst sich der Arbeitskreis mit der Frage „Fremdreligionen als Thema des Religionsunterrichtes“ – ein angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen brennendes Problemfeld. In Nürnberg setzte der Arbeitkreis „Elternbriefe zur religiösen Erziehung“ seine Arbeit fort und hofft, sie im Laufe des nächsten Jahres zum Abschluss zu bringen.

Unsere drei Plenumssitzungen waren wie immer gut besucht. Am 18.2. referierte Pfarrer Klaus Buhl, der Direktor des Religionspädagogischen Zentrums Heilsbronn, zum Thema „Aus der Arbeit des RPZ und Perspektiven zur aktuellen pädagogischen und religionspädagogischen Diskussion“. Er gewährte Einblicke in den aktuellen Stand der Arbeit an seinem Institut und umriss mögliche zukünftige Entwicklungen im Bildungs- und Ausbildungsbereich der Landeskirche. Auch Probleme durch die demografischen Verän-derungen in der evangelischen Diaspora kamen zur Sprache.

Martin Güll (MdL/SPD), der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport, hatte uns am 1.7. zu einem Kontaktgespräch in den Bayerischen Landtag eingeladen. Dabei nahm er Stellung u.a. zur Gliederung des bayerischen Schulwesens, wobei er das selektive Schulsystem kritisierte und längeres gemeinsames Lernen forderte. Dazu plädierte er für das „Zwei-Säulen-Modell“ als Nebeneinander von Gemeinschaftsschule und Gymnasium. Außerdem müssten die Inklusionsbemühungen personell und finanziell stärker gefördert werden. Das anschließende Gespräch fand in offener und freundlicher Atmosphäre statt.

Am 25.11. referierte Dr. H. Anselm zum Thema „ Fremdreligionen im Unterricht – ein Spiel mit dem Feuer? Zur Frage der Kompetenz der Lehrer und der Dialogfähigkeit der Schüler“. Er stellte die im Arbeitskreis „Schule und Kirche“ erarbeiteten Inhalte vor. Dabei kamen wichtige Aspekte der Begriffsproblematik im Dialog der verschiedenen Glaubensgemeinschaften und Fragen eines „sachgerechten“ Umgangs mit Fremdreligionen zur Sprache. Die anschließende Diskussion lieferte noch wichtige Impulse für die zu diesem Thema vorgesehene E.I.B.E-Broschüre, die Lehrkräften, Ausbildern und Interessierten im nächsten Jahr zukommen soll.

Der Sprecherkreis plante und reflektierte in zahlreichen Sitzungen die E.I.B.E-Aktivitäten. Dies geschah wie immer in freundschaftlicher und vertrauensvoller Atmosphäre. Dabei wurde auch die Gestalt unserer neuen Homepage entwickelt, die wir nach Fertigstellung Anfang 2015 freischalten wollen.

Das Sprecherteam pflegte außerdem eine Reihe von Kontakten zu Institutionen: R. Schwemer hielt als Vorstandsmitglied des Freundes- und Förderkreises Kontakt zum RPZ. H. Anselm vertrat den E.I.B.E im Forum Bildungspolitik und hielt dort ein Referat über die Auswirkungen der „Digitalen Revolution auf Jugendliche“. Er nahm an der Jahrestagung der „Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik“ in Hildesheim teil sowie an der Inklusionstagung des GVEE und der Evang.-Theologischen Fakultät der LMU. H. Anselm freute sich über die Einladung zum Festakt anlässlich des 80.Geburtstages von Prof.Dr.H.J. Fraas.

Wir bedanken uns am Ende dieses Jahres wieder bei allen Teilnehmern für ihr Interesse an unseren Veranstaltungen in München. Ein besonderer Dank auch an Helga Müller-Bardorff, die den Arbeitskreis „Schule und Kirche“ regelmäßig zu Sitzungen nach Garmisch einlädt, sowie Dietlinde Kunad für ihre Gastfreundschaft bei den Treffen des Arbeitskreises „Elternbriefe“ in Nürnberg.

Herzlich grüßen wir auch die, die zwar nicht an unseren Veranstaltungen teilnehmen können, sich aber unserem Initiativkreis verbunden wissen und sich auch weiterhin zu uns zählen. Es tut gut, dass damit in ganz Bayern – und darüber hinaus – eine geistige und geistliche Verbundenheit zu spüren ist.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit im kommenden Jahr und wünschen Ihnen und Euch ein frohes Christfest und ein von Gott begleitetes, gutes Jahr 2015!

 

Tilman Seng, Helmut Anselm, Richard Schwemer

 

Jahresbrief 2013

Dezember 2013

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde, Bild Engelssinfonie

der „Engelsymphonie“ kann man in der Alten Pinakothek Münchens lauschen. Seit ca. 1490 kann man sie sehen und hören – wenn man will. Der „Meister der Lyversberger Passion“ macht die Klänge von Lauten, Flöten und Harfen sichtbar. Nur wenige Musiker schauen den Zuhörer und Betrachter an, viele hören versonnen in sich hinein. Dass die Töne eines solchen Orchesters Flügel bekommen ergibt sich wie von selbst. Das Singen und Klingen auf goldigem Hintergrund lädt ein zum Christfest, zum Mitfeiern, zum Mitmachen.

Der E.I.B.E hat sich auch im Jahr 2013 gut entwickelt (www.eibe-initiativkreis-bayern.de), unser Kreis ist erneut gewachsen und unsere traditionell drei „Plenumssitzungen“ waren gut besucht. Am 21.2. lud uns Kultus-Staatssekretär Bernd Siebler zu einem Gespräch über Bildungsfragen in den Bayerischen Landtag ein. Ltd.MRin Elfriede Ohrnberger führte in die anstehenden Arbeitsthemen des Kultusministeriums ein, u.a. die Neugestaltung der Lehrerausbildung. B.Siebler benannte die aktuellen Schwerpunkte der Bildungsdiskussion in der CSU, u.a. das Problem der Klassenwiederholer, der Sprachförderung von Schülern mit Migrationshintergrund, der Inklusion und der Zusammenarbeit von Lehrkräften und Eltern. An die Ausführungen schloss sich jeweils eine sehr rege Aussprache an.

Am 2.Juli 2013 referierte Prof.Dr.Frieder Harz zum Thema: „Frühkindliche Erziehung aus religionspädagogischer Perspektive“. Frieder Harz, ein weit über Bayern hinaus anerkannter Fachmann, führte in die großen Veränderungen in der Elementarpädagogik der Kindertageseinrichtungen ein, u.a. in das Konzept des sog. Situationsansatzes in der religiösen Erziehung und Bildung. Besonders aktuell ist die Frage nach einer interreligiösen Bildung: Was heißt das z.B. für eine evangelische Kita in sozialen Brennpunkten mit hohem Migrantenanteil? Wie kann in eine christliche/evangelische „Glaubenslandschaft“ eingeführt werden, in der die Kinder eine religiöse Heimat und Identität finden – ohne Kinder aus anderen religiösen Horizonten zu vereinnahmen? Dass hierzu noch viele Fragen offen sind, zeigte sich im anschließenden Gespräch.

Am 26.November berichtete Rudi Kitzmann über seine Forschungsarbeit zum Schicksal der Bekenntnis-schule in der Weimarer Zeit und während des National­sozialismus. Vor diesem Hintergrund wurde deutlich, dass diese lange Zeit als veraltetes Auslaufmodell geltende Schulform angesichts der entstehenden multi- re­ligiösen Gesellschaft in unerwarteter Weise neu in den Fokus rückt. Dadurch steht die Schulart-Diskussion vor Herausforderungen, die noch völlig ungelöst schei­nen.

Im Rückblick zeigt das Jahr 2013 ein thematisch weitgespanntes Programm, für das auch an dieser Stelle den Referentinnen und Referenten sehr herzlich für ihr „ehrenamtliches“ Engagement in unserem Kreis gedankt sei!

Neben den „Plenumssitzungen“ waren in diesem Jahr weiterhin zwei Arbeitskreise tätig. Der Nürnberger Kreis, der im Haus Kunad in liebevoller Gastfreundschaft aufgenommen wurde, arbeitete am Projekt „Elternbriefe Religion“ weiter. Der Arbeitskreis Kirche und Schule konnte die Schrift „Zu Kirche motivieren“ fertigstellen. Sie erhält hohe Aktualität angesichts der Entwicklungen in der europäischen Diskussion über den Religionsunterricht, aber auch angesichts von Tendenzen in Deutschland, den schulischen Religionsunterricht speziell auf die subjektive religiöse Befindlichkeit der Jugendlichen hin auszurichten – während gleichzeitig deutlich wird, dass für eine positive Beziehung zur Kirche bis zum fünfzehnten Lebensjahr der Grund gelegt werden muss. Der Titel der Schrift ist bewusst gewählt, um schon mit ihm zum Ausdruck zu bringen, dass ihr Skopus keine nostalgische Beschwörung traditioneller Kirchlichkeit ist, sondern, ganz im Gegenteil, Impulse zu geben für eine Zeit, in der die parochiale Flächenstruktur der Landeskirche nicht mehr in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten scheint. Für eine solche Zukunft werden u.a. sich selbst organisierende kirchliche Gemeinschaftsstrukturen vor Ort angedacht und Wege gesucht, die Jugendlichen darauf vorzubereiten. Wegen der Aktualität der Thematik würden wir uns freuen, wenn die Schrift von Ihnen bzw. Euch weiter verbreitet würde. Sie kann bei Tilman Seng unter der E-Mail-Adresse tilmanseng@gmx.de oder telefonisch unter der Nummer 08191-46761 gratis (auch in mehreren Exemplaren) angefordert werden.

Inzwischen befasst sich der Kreis mit Aspekten der gegenwärtigen Bildungsdiskussion. Eine entsprechende Broschüre wird 2014 fertig werden.

Der Sprecherkreis arbeitete in schon gewohnt harmonischer Weise zusammen. Es ist eine Freude, ihm anzugehören.

Dr.Anselm nahm weiterhin unsere Vertretung im Forum Bildungspolitik in Bayern wahr, in dem er mit den Vertretern des GVEE gut zusammenarbeitete.

Schließlich möchten wir auch heuer alle herzlich grüßen, die zwar nicht zu den Veranstaltungen nach München kommen können, sich unserem Initiativkreis – übrigens dem einzigen seiner Art in Bayern – verbunden wissen. Wir bitten diese alle darum, sich weiter zu uns zu zählen. Es ist schön, dass uns über Bayern hinweg eine geistige und geistliche Gemeinschaft verbindet.

Am 21.März nächsten Jahres geht der E.I.B.E in sein fünfzehntes Jahr, und es wird wieder ein interessantes Jahr werden. Feststeht bereits, dass am 18.Februar Direktor Klaus Buhl vom Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn zu uns kommt, und dass uns im Juli der bildungspolitische Sprecher der SPD, MdL Martin Güll, im Landtag empfangen wird.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit im kommenden Jahr und auf das Wie­dersehen im Februar. In diesen Ta­gen aber wünschen wir Ihnen und Euch allen ein besinnliches, schönes Weihnachtsfest und ein von Gott behütetes, gutes 2014!

Tilman Seng, Helmut Anselm, Richard Schwemer

Jahresbrief 2012

Dezember 2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,Jahresbrief 2012

die Geburt ist überstanden. Vater Josef beginnt hoffentlich nicht erst jetzt über das Geschehene nachzudenken. Die pragmatische Mutter Maria macht ihm Mut doch näher zu kommen. Der kleine Jesus, mit dem „Kreuz-Schein“ des Christus, hebt schon jetzt den Kopf. So illustriert im 12. Jahrhundert der Maler des Evangeliars aus St. Egidien in Braunschweig, sein Verständnis der Weihnachtsgeschichte – in fürstlicher Umgebung.

Das E.I.B.E-Jahr 2012 war wiederum ein gutes Jahr, und das auf allen Ebenen unseres Initiativkreises.

Auf der ersten der drei „Plenumssitzungen“ am 28. Februar standen die aktuelle Strukturdiskussion und die künftige Stellung des Religionsunterrichtes im Mittelpunkt. Der Pädagogische Direktor Eckhard Landsberger referierte über „Aktuelle Aspekte der Bildungs- und Schulpolitik der Landeskirche und zu erwartende Herausforderungen“. Die anschließende Diskussion drehte sich u.a. um die Schwierigkeiten, die sich durch den Schülerrückgang für die Lerngruppenbildung und, vor allem, für die Religionslehrkräfte ergeben.

Die zweite Sitzung am 17. Juli konnte dank des Entgegenkommens der Schulleitung in der Evangelischen Friedrich Oberlin Fachoberschule (Pasing) stattfinden. Frau Dr. Laxhuber führte uns durch das beeindruckende Schulhaus und vermittelte uns Einblicke in die vielen Aktivitäten der Schule und in Besonderheiten des evangelischen Schulwesens.

In der dritten Sitzung sprach Frau Dr. Oechslein, die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, am 27. November über die „Situation und die Zukunft des bayerischen Gymnasiums“. Anschließend kamen die aktuellen Neuerungen des Gymnasiums zur Sprache, wobei Frau Dr. Oechslein eine günstige Prognose für die Zukunft des bayerischen Gymnasiums abgeben konnte.

Auch an dieser Stelle sei beiden Referentinnen und dem Referenten sehr herzlich für ihr „ehrenamtliches“ Engagement in unserem Kreis gedankt!

Für 2013 können wir schon zwei sehr wichtige Veranstaltungen ankündigen: Im Februar werden wir von Herrn B. Sibler, dem Staatssekretär des Ministeriums für Unterricht und Kultus, im Bayerischen Landtag empfangen. Im Juli wird Prof.Dr.F. Harz über seine Forschungen im Bereich frühkindlicher religiöser Erziehung berichten.

Neben den „Plenarveranstaltungen“ waren in diesem Jahr zwei Arbeitskreise tätig. Der Nürnberger Kreis, der im Haus Kunad in großer Gastfreundschaft aufgenommen wurde, arbeitete am Projekt „Elternbriefe Religion“ weiter. Der oberbayerische, z.T. von Helga Müller-Bardorff in ihr schönes Haus nach Garmisch eingeladen, konnte die Schrift „Zu Kirche motivieren“ fertigstellen, die inzwischen gedruckt vorliegt. Sie wird demnächst dem zuständigen Referenten im Landeskirchenamt vorgestellt und kann bei der nächsten Sitzung mitgenommen oder bei Tilman Seng bestellt werden. Die Schrift ist zur Information für die Bildungsbeauftragten der Dekanate und für Religionslehrkräfte gedacht, aber auch zur Verteilung an Elternabenden und -sprechstunden in der Schule. Nicht zuletzt ist sie zur Auslage auf dem Schriftentisch in Kirchen vorgesehen. Das neue Projekt des oberbayerischen Arbeitskreises hat die Bildungsdiskussion zum Thema. Eine entsprechende Broschüre wird 2013 fertig werden.

Der Sprecherkreis arbeitete in gewohnt harmonischer Weise zusammen.

Schließlich möchten wir alle herzlich grüßen, vor allem auch jene, die zwar nicht zu den Veranstaltungen nach München kommen können, sich unserem Kreis – übrigens dem einzigen seiner Art in Bayern – verbunden wissen. Wir bitten darum, sich weiter zu uns zu zählen. Es ist schön, dass wir über Bayern hinweg eine geistige und geistliche Gemeinschaft bilden.

Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Arbeit und wünschen ein gesegnetes Christfest und ein Neues Jahr unter Gottes freundlichem Geleit.

Tilman Seng, Helmut Anselm, Richard Schwemer