Kategorie-Archiv: Elternbriefe „Religion an weiterführenden Schulen“

Allgemeines zum Einsatz der Elternbriefe in Schule und Gemeinde

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Institut für Demoskopie Allensbach veröffentlichte die Studie mit dem Titel „Chatroom Familie“. Darin wurden Eltern mit Kindern zwischen 14 und 17 Jahren befragt, ob sie sich mit ihren Kindern über Glaube und Reli­gion unterhalten. Neun Prozent antworteten mit „ja, häufiger“, 37 Prozent mit „ab und zu“, und 52 Prozent mit „nie“1.

Auch wenn die Umfrage einige Jahre zurückliegt, dürfte ihr Er­gebnis noch immer repräsentativ sein. Der Bogen der Gründe für das zuletzt genannte elterliche Verhalten ist weit gespannt.

Für viele Eltern spielt Religion keine Rolle. Andere haben Scheu, ihre Kinder in Glaubensfragen zu beeinflussen, gar zu bedrängen. Nicht wenige Eltern fühlen sich überfordert, über Religion und Glauben zu sprechen, besonders dann, wenn sie keine Beziehung zur Kirche ha­ben.

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Beten in der Schule (Elternbrief 1)

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberechtigte,

wenn Sie an Ihre eigene Schulzeit denken, dann erinnern Sie sich viel­leicht, dass zu Beginn der Religionsstunde und oft auch des Schultags gebetet wurde. Heute ist das in einer Reihe von Schulen nicht mehr der Fall – vor allem nicht mehr am Schulmorgen.

Die Gründe reichen von der Sorge, dass hierbei Beten zu einer bloßen Formalität wird, bis zum Argument, Beten sei Privatsache und gehöre nicht in die Schule. Zusätzlich wird auf die vielen nichtchristlichen Schüler und Schülerinnen (und oft auch Lehrkräfte) hingewiesen.

Doch kann das Beten für das Schulleben einen besonderen Gewinn be­deuten. Wir wollen Ihnen hierzu die wichtigsten Gesichtspunkte nennen.

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„Der Lehrer / Die Lehrerin mag mich nicht“ (Elternbrief 2)

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberechtigte, 

dürfen wir Ihnen die Geschichte einer Lehrkraft erzählen?

Eine (leider) wahre Geschichte

Ich hatte einmal eine Schülerin, mit der kam ich nicht zurecht. Sie störte nicht eigentlich meinen Unterricht. Aber wenn sie mich ansah, mit halb geschlossenen Augen, dann wirkte sie auf mich immer so blasiert, nach dem Motto »Du und Deine Sachen, die langweilen mich«.

Eines Tages sprach mich die Schülerin am Ende der Unterrichtsstunde beim Hinausgehen plötzlich an. Sie sagte: »Ich weiß schon, Sie können mich nicht leiden!« Spontan und entrüstet habe ich abgewehrt: »Das stimmt nicht!«

Aber mir gingen die Worte der Schülerin nicht aus dem Sinn, und beim Nachdenken spürte ich: Sie hatte Recht. Ich mochte sie nicht, weil mich ihr Blick gestört hat.

Einige Zeit später erfuhr ich zufällig von einem Kollegen, dass das Mäd­chen eine Muskellähmung in den Augenlidern hatte.

Ich kann die Geschichte nicht vergessen, und sie tut mir leid. “

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„Ich kann das nicht mehr glauben“ – Glaubenskrisen Jugendlicher (Elternbrief 3)

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberechtigte,

haben Sie das auch schon erlebt? Jahrelang ging Ihr Sohn/Ihre Tochter gern in den Religionsunterricht. Biblische Geschichten hören … Bilder malen … Lieder singen … Probleme diskutieren … Religionsunterricht war eines der liebsten Fächer.

Und dann sagt Ihre Tochter/Ihr Sohn plötzlich: Ich kann das alles nicht mehr glauben, was der Religionslehrer sagt. Was in der Bibel steht, ist nicht wahr! Meine Freunde sagen, dass sie schon lange nicht mehr an Gott glauben.

Sie sind völlig überrascht. Was ist geschehen? Haben Sie im Blick auf den Glauben etwas falsch gemacht? – Nein. Sie haben nichts falsch gemacht.

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Noten im Religionsunterricht (Elternbrief 5)

So denken Schülerinnen und Schüler:

Noten im Religionsunterricht

… sind gut, weil sich sonst keiner anstrengen würde (6. Jahrgangsstufe)

… sind schlecht, weil man Ärger bekommen kann (6. Jg.)

… sind gut, weil man weiß, wo man steht (6. Jg.)

… sollten vielleicht besser durch ein Worturteil ersetzt werden (10. Jg.)

… sind normal, weil Religion ein Fach wie jedes andere ist (10. Jg.)

… verhindern, dass der Unterricht im Chaos zusammenbricht (11. Jg.)

… sind sinnlos, da oft Ansichten gelernt werden müssen, die der eigenen

Überzeugung komplett widersprechen (11. Jg.).“

Diese Antworten haben bayerische Schülerinnen und Schüler gegeben. Wir finden interessant, dass insgesamt die Zustimmung zu Noten überwog.

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