Warum der Religionsunterricht für junge Menschen wichtig ist (Elternbrief 7)

Datum: 7. November 2019

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberechtigte,

wir freuen uns darüber, dass Sie Interesse am Religionsunterricht Ihres Sohnes/Ihrer Tochter haben. Mit diesem Brief wollen wir Ihnen einen kleinen Einblick in das Wesen und die Aufgaben des Religionsunterrichtes geben.

Der Religionsunterricht bietet Antworten auf die Sinnfrage

  • Der Religionsunterricht begleitet und unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Lebensorientierung.
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Einblick in das Alte und das Neue Testament. Sie hören davon, wie Jesus Christus sein Evangelium in die Tat umgesetzt und sein Leben für die Menschen geopfert hat.
  • Sie erfahren durch die Botschaft der Bibel, dass auch ihr Leben in Gottes Hand liegt.
  • Sie erhalten einen Überblick über die Geschichte von Christentum und Abendland. Hierbei kommen die großen positiven Leistungen des Christentums in Geschichte und Gegenwart zur Sprache, aber auch Ereignisse, in denen Christen Schuld auf sich geladen haben. Durch diesen differenzierten Blick in die Vergangenheit christlichen Glaubens und Lebens können die Schülerinnen und Schüler die heutige Welt besser verstehen.
  • Sie lernen die wesentlichen Unterschiede zwischen den wichtigsten christlichen Konfessionen kennen. Das ermöglicht ihnen, zwischen bleibend wichtigen und unbedeutend gewordenen Differenzen zwi­schen den Kirchen zu unterscheiden.
  • Die Schüler und Schülerinnen bekommen einen Überblick über nichtchristliche Glaubensgemeinschaften („Weltreligionen“) und Hilfen zur respektvollen Begegnung mit Fremden und Andersglau­benden, sowie zu einer angemessenen Auseinandersetzung mit de­ren religiösen Lehren und Lebensformen – ein Lernbereich, der an­gesichts der großen Zuwanderungsbewegungen der Gegenwart im­mer größere Bedeutung erhält.
  • Der Religionsunterricht sucht den Kontakt zu den übrigen Unter­richtsfächern. Im Austausch mit ihnen wird deutlich, wie sehr das Christentum über die Fächergrenzen hinweg die schulische Bildung prägt.

Der Religionsunterricht begleitet beim Erwachsenwerden

  • Der Religionsunterricht trägt zusammen mit den anderen Schulfä­chern dazu bei, die Fähigkeiten des jungen Menschen zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen. Er macht Mut und hilft aus seiner biblischen Perspektive heraus, sich des eigenen Wertes bewusst zu werden und den Wert des Anderen zu respektieren.

  • Die Begegnung mit den Texten der Bibel eröffnet Einblicke in Grunderfahrungen des menschlichen Lebens: in Schuld und Verge­bung, Leid und Heilung, Tod und Leben, Freude und Trauer, Feind­schaft und Freundschaft. Der Religionsunterricht zeigt zugleich We­ge und Möglichkeiten auf, damit umzugehen.

  • Seine Themen enthalten Impulse, sich in der Gesellschaft zu enga­gieren und Verantwortung zu übernehmen. Sie stärken die Einsatz­bereitschaft für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöp­fung.

  • Der Religionsunterricht bietet Schülerinnen und Schülern einen Raum, sie bewegende Fragen und Probleme mit ihrer Religions­lehrkraft zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungsmöglich­keiten zu suchen.

  • Der Religionsunterricht kann die Schülerinnen und Schüler für die Anforderungen des schulischen Alltags und des späteren berufli­chen Lebens stärken. Er bietet Raum, Fragestellungen zur Berufs­wahl zu diskutieren. Zu seinen Anliegen gehört auch, Hilfestellung zu geben zum Umgang mit Misserfolg.

    In diesem Zusammenhang ist ein zentrales Thema des Religions­unterrichtes, auf die immer wiederkehrende Chancen eines Neuan­fangs hinzuweisen und hierzu zu ermutigen.

    Der Religionsunterricht verbindet Eltern/Erziehungsbe­rechtigte, Schüler und Lehrkräfte

  • Der Religionsunterricht will Eltern und Erziehungsberechtigte bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder unterstützen; die Religions­lehrkräfte bitten ihrerseits die Eltern und Erziehungsberechtigten, den Unterricht durch Interesse und positive Einstellung zu be­gleiten.

  • Religionslehrkräfte sind auch nach ihrer Ausbildung und in ihrer Stellung im Blick auf den eigenen Glauben selbst Fragende und Su­chende, und sie sind darin mit ihren Schülern und Schülerinnen so­lidarisch. Zugleich bringen sie in den Unterricht persönliche Über­zeugungen ein und bemühen sich, ein Beispiel gelebten Glaubens zu geben.
  • Sie sind sich bewusst, dass auch in ihrem Unterricht zwischen allen Beteiligten Schuld entstehen kann: untereinander und letztlich vor Gott. Vergebung soll deshalb eines der Leitmotive des Unterrichtes sein, das in Schulgottesdiensten und -andachten, aber auch zu kon­kreten Anlässen gemeinsam erörtert wird.

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberechtigte,

wir Religionslehrerinnen und Religionslehrer hoffen, mit diesem Brief Ihnen unser Fach ein wenig näher gebracht zu haben. Und wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen und sich mit uns über Fragen religiöser Erziehung unterhalten.

Mit freundlichem Gruß

Elternbriefteam im Evangelischen Initiativkreis für Bildung und Erziehung Bayern (E.I.B.E.)

(Den kompletten Elternbrief können Sie nach dem Anklicken des folgenden Links herunterladen und – falls gewünscht –  ausdrucken und vervielfältigen. Nützen Sie hierzu den Broschürendruck, dann lässt sich der Elternbrief übersichtlich auf einem Din A 4-Blatt/Vorder-und Rückseite ausdrucken und falten:              Warum der Religionsunterricht wichtig ist 

Kontakt: www.eibe-initiativkreis-bayern.de

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