Jahresbrief 2015

Datum: 1. Dezember 2015

                                                                                                                                                                                                                                         Dezember 2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

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liebe Freundinnen und Freunde,

es gibt in diesen Jahren eine Vielzahl von Gründen, den Aufstieg zur Wartburg zu unternehmen. Manche Wissende machen sich dabei auf den Weg zur   Traubenmadonna.

Der Lutherfreund Lukas Cranach d. Ä. überrascht den Betrachter – wie so oft – mit einer hintergründigen Bilderpredigt. Zuweilen ist dabei auch Schmunzeln erlaubt: Der muntere, aufgeweckte Jesus-knabe versucht, seine überraschte Mutter mit einer Weinbeere zu füttern. Er steht dabei schon auf festen Beinchen. I c h bin der Weinstock, i h r seid die Reben. Von Anbeginn ist klar, wer – auch in aller Pflegebedürftigkeit – im Grunde das Sagen hat.

Der Himmel scheint dem ungewöhnlichen Zusammenspiel mit dem Schutz eines goldbestickten Schleiers zuzustimmen. Hinter der paradiesischen Zweisamkeit droht jedoch die Dunkelheit. Auf die Traube wartet die Kelter – der Tod. Aus der Kelter fließt der neue Wein – neues Leben. Und wer glaubt, wird selig!

Glück, Tod und neues Leben sind oft innig verbunden. Im Sinne Cranachs hat das weihnachtliche Lebensglück jedoch Bestand – trotz aller drohenden Katastrophen.

Mit Freude und Dankbarkeit blicken wir auf das Jahr 2015 zurück. In ihm konnten im E.I.B.E wieder wichtige Themen aus dem Bildungsbereich diskutiert und manche Impulse aus evangelischer Sicht in die allgemeine Bildungsdiskussion eingebracht werden.

Am 10.Februar führte Schulamtsdirektorin B.Eckert-Kalthoff vom Staatlichen Schulamt in „Aktuelle Entwicklungen und Neuerungen im Bereich der Grundschule ein. Gegen die in der Öffentlichkeit des Öfteren zu hörende Meinung, Schulverwaltung und Schulen seien antiquiert und unbeweglich, zeigte Frau Eckert-Kalthoff, welche Anstrengungen in der Bildungsregion München unternommen werden, um die neuen Herausforderungen zu meistern. Mit großem Engagement aller Verantwortlichen und dem Mut, neue Wege zu gehen, konnten gerade in der schwierigen Situation Münchens positive Ergebnisse erzielt werden.

Um Fragen und Probleme der Zuwanderung ging es auch in der Klausur des Forums Bildungspolitik im März, an der Dr.Anselm teilnahm. Auch hiervon nur zwei Aspekte: zum einen, wie wichtig für jeden Jugendlichen ein „Bildungspate“ aus der pensionierten Lehrerschaft, aber auch aus der allgemeinen Bevölkerung ist; zum anderen, dass die vielen traumatisierten Jugendlichen, die in unser Land kommen, nicht immer wieder auf ihre Erlebnisse angesprochen werden sollen.

Dr.Anselm nahm auch an einer Veranstaltung im April teil, in der Kurt Kardinal Koch (Rom), Präsident des päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, über das Reformationsgedenken sprach. Seine Spitzensätze waren: Dass sich die „evangelischen Sonderkirchen“ von der Einen katholischen Kirche trennten, ist kein Grund zum Feiern, sondern war eine Notlösung. So sei das Luthergedenken letztlich eine Dokumentation des Scheiterns. Die einzige gelingende Reformation sei die des Hl.Franz von Assisi gewesen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Informationsgespräch mit Bündnis 90/DIE GRÜNEN am 8.Juli im Bayerischen Landtag. Daran nahmen die Landesvorsitzende Bause und der Bildungspolitische Sprecher Gering (MdL) teil. Für uns wichtig war u.a. die klare Aussage, dass die GRÜNEN für die Beibehaltung des schulischen Religionsunterrichtes eintreten.

Am 9.November fand im Institut für Schulqualität und Bildungsforschung in München (ISB) die letzte E.I.B.E-Sitzung dieses Jahres statt. Die Leiterin des Instituts, Frau Dr.K.Oechslein empfing uns mit großer Herzlichkeit. Sie führte uns ein in Aufbau, Vernetzungen, Zielsetzungen und Arbeitszweige ihres Institutes und diskutierte mit uns die derzeit drängendsten Bildungsfragen: u.a. „Lehrplan Plus“ für alle Schularten, Migration, Inklusion, angstfreie Schule. Ein besonderes Anliegen ist Frau Dr. Oechslein das Angebot des unmittelbaren Kontaktes von Lehrkräften zu ihrem Institut.

Die beiden Arbeitskreise „Schule und Kirche“ und „Elternbriefe Religion“ trafen sich zu weiteren Sitzungen. Frau Helga Müller-Bardorff und Frau Dietlinde Kunad, unseren Gastgeberinnen, sei auch an dieser Stelle herzlich Dank gesagt. Der Arbeitskreis „Schule und Kirche“ wird sich im nächsten Jahr mit dem Thema „Gewalt in den Religionen“ beschäftigen. Zu diesem Thema ist demnächst auch eine Veröffentlichung von Dr.Helmut Anselm geplant. Besonders empfehlen wir, auch unsere Homepage www.eibe-initiativkreis-bayern.de zur weiteren Information zu nutzen.

Ab dem neuen Jahr werden unsere Veranstaltungen nicht mehr in der Marsstraße 19 stattfinden, sondern im Evang. Landeskirchenamt. Dort treffen wir uns zu unserer nächsten Sitzung am 23. Februar 2016. Frau Schulamtsdirektorin Maria Völkel vom Staatlichen Schulamt in der LH München wird u.a. zu den Auswirkungen der Migration auf den Mittelschulbereich referieren. Weitere Kontakte im nächsten Jahr möchten wir zu den Landtagsparteien und zu Mitgliedern des Landeskirchenamtes aufnehmen.

Am Ende dieses Jahres bedanken wir uns wiederum bei allen Teilnehmern für ihr Interesse an unseren Veranstaltungen in München. Herzlich grüßen wir auch die, die zwar nicht an unseren Veranstaltungen teilnehmen konnten, sich aber unserem Initiativkreis verbunden wissen und sich weiterhin zu uns zählen. Es tut gut, dass damit in ganz Bayern – und darüber hinaus – eine geistige und geistliche Verbundenheit zu spüren ist.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im kommenden Jahr und wünschen Ihnen und Euch ein frohes Christfest und ein von Gott begleitetes, gutes Jahr 2016.

Tilman Seng, Helmut Anselm, Richard Schwemer

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